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Fazit aus der Yasni-Diskussion bei Xing

Donnerstag, 21. Februar 2008 | Autor:

Mit diesem Eintrag möchte ich das Fazit aus dem Xing Thread “Bei Spock und Yasni eintragen” (kein Link- thread wurde inzwischen gelöscht, siehe Nachtrag unten) ziehen, den ich am 16.2. eröffnet habe und der für mich unerwartete über 1700 Zugriffe in ein paar Tagen hatte.

1. Aktueller Stand der Dienste
Momentan sind noch keine “intelligenten” Mechnismen erkennbar, die darüber hinausgehen, was die Google-Maschine über eine Person zusammenträgt. Während Yasni erst gar nicht versucht (versuchen darf), Ergebnisse zu Profilen zusammenzustellen, führt dieser Vorgang bei Spock dazu, daß die Ergebnisse eher noch schlechter wirken, wenn die Zuordnung zu Personen falsch ist.

2. Rechtslage in Deutschland
Den Artikel von Hr. Hansen-Oest, auf den Hr. Rühl, Geschäftsführer von Yasni, verwiesen hat, fand ich sehr hilfreich.
“Allgemein zugängliche Daten dergestalt zu aggregieren und zu nutzen, dass neue Informationen aus diesen vorhandenen Informationen entstehen” mache Yasni als Personensuchmaschine nicht.
Und weiter unten “Es wäre nach meinem Dafürhalten rechtlich unzulässig, Profile zu einer Person automatisiert und ohne Kenntnis der Person zu bilden und dauerhaft zu speichern”

Das zeigt einerseits eine Grenze für Yasni auf, andererseits kann man aber auch darüber streiten, ob diese Grenze nicht schon überschritten ist.

Schließlich muß auch klar sein, daß Deutschland wohl kaum das Land mit den laxesten Vorschriften ist, sondern daß es Dienste geben wird, die sich nicht im geringsten um irgendeine Form des Datenschutzes kümmern werden.

3. Yasni als Community
Ich persönlich bin Teil der Yasni-Community, allerdings nicht, weil ich mir einen Nutzen davon verspreche, sondern weil ich einen möglichen Schaden sehe, wenn ich mich nicht beteilige (was dann indirekt wieder der Nutzen ist).
Das ist kein guter Ausgangspunkt für den Aufbau einer Community. Alle Features, die mir bei einer Personensuche theoretisch gefallen würden, würde ich in der der Praxis ablehnen, weil niemand die bzgl. meiner Person durchführen können soll.

4. Vertrauen in die Plattform
Wenn’s Peter Yasni denn wirklich gibt, dann kann man aber sagen, daß die Geheimniskrämerei keine vertrauensbildende Maßnahme ist, und daß es sich wohl um eine Person handeln muß, die das Internet und auch sonstige Verzeichnisse wie das Telefonbuch bis vor einigen Monaten gescheut hat wie der Teufel das Weihwasser.
Von den vier Angaben, die bei Yasni das Profil ausmachen (Wohnort, Alter, Firma und Bild) hat er gerade mal die beiden unpersönlichen bzw. trivialen ausgefüllt (Wohnort und Firma), weiterhin das Alter falsch mit 0 angegeben und damit gegen die Nutzungsbedingungen der eigenen Plattform verstoßen.
Ich frage mich auch, was Sprüche wie “Bin ich real? Oder nicht? Jedenfalls existiere ich” sollen (wobei das natürlich auch wieder ein gefälschtes Profil eines anderen sein kann).

Auch andere Mechanismen, wie z.B. “Über Erweiterungen des Profils wird der Profilinhaber noch am selben Tag informiert und kann es ggf. löschen”, sind nicht das, was ich unter einem ordentlichen Umgang mit einem Personenprofil verstehe. Vielleicht ist es ja unzutreffend formuliert, jedenfalls ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, daß Profiländerungen erst authorisiert werden müssen, und nicht daß ich lediglich eine Chance auf Löschung habe.
Grundsätzlich gehören alle Funktionen, die anderen die Möglichkeit geben, irgendetwas mit meinem Profil zu unternehmen, für mich zu den unerwünschten Funktionen.

5. Umgang mit nicht authorisierten Daten
Ob es erlaubt ist, ein Bild z.B. von flickr oder einer anderen Webseite auf der Plattform Yasni als Thumbnail anzuzeigen, ist für mich als juristischen Laien nicht feststellbar. Es gibt da diverse Urteile in die eine oder andere Richtung (z.B. Stichwort Paperboy).

Aber das ist auch nicht der Punkt. Flickr z.B. hat ein ausgefeiltes System von Rechtedefinition, Authorisierungen und API-Zugriffen.
Für alle Fotos kann der Urheber genau die Lizenz einstellen, die angibt, unter welchen Bedingungen sie veröffentlicht werden dürfen.
Sollte also eines meiner Fotos für ein allgemeines Profil von Yasni benutzt werden, dann hat sich Yasni an die Form zu halten, die ich in den Bedingungen vorgebe.
Für Fotos, die Yasni in meinem Profil anzeigt, müßte der Authorisierungsmechanismus benutzt werden. Das machen andere Plattformen auch so, z.B. Qype. Yasni kümmert das aber nicht.

Nachtrag 26. Februar:
Ich habe mich im Yasni Vip-Rank schon wieder fünf Plätze verbessert, schreibt mir Peter Yasni heute. Interessant auch, daß Yasni ein neues Suchergebnis präsentiert, in dem ein Namensvetter als Polizist einen Serienmörder faßt. D.h. fiktive Inhalte werden ebenso als Personeninhalte dargestellt. Wer also Hoss Cartwright oder J.R. Ewing heißt, dessen Einträge verschwimmen mit den fiktiven …

Nachtrag 09. April:
Na, in der letzten Zeit ist es mit dem VIP-Rank nur noch bergab gegangen. Ich mache mir langsam Gedanken. Auch darüber, daß in jeder Mail weitere Suchergebnisse zu genau einer Person genannt werden, einem Friedhelm Weidelich (den ich nicht kenne).
Bis zum heutigen Tag wurde der Xing-Thread übrigens 3.674 mal aufgerufen.

Nachtrag Dezember:
Der ursprüngliche Xing-Thread wurde leider inzwischen kommentarlos gelöscht. Ein neuer Thread wurde geöffnet: neuer Thread

Thema: Web 2.0 | 3 Kommentare

Michael bei Spock

Samstag, 16. Februar 2008 | Autor:

Ich hatte in einem früheren Beitrag schonmal über Spock & Yasni geschrieben, ein nettes Paar von Diensten, die versuchen, die in Suchmaschinen und Profilen von sozialen Netzwerken verfügbaren Informationen zu umfassenden Personenprofilen zu bündeln.
Ich hatte mich zunächst mit Yasni (.de) beschäftigt und bin erst später auf Spock (.com) gestoßen. Da grinst mich bei der Suche nach Michael Mertens ein bekanntes Gesicht an, nämlich meins. Mein Alter steht auch korrekt dabei. Und ich dachte immer, ich passe auf, welche Informationen ich wo freigebe und welche Dienste ich benutze…
weiter…

Thema: Web 2.0 | 2 Kommentare

Ihre Webseiten in Suchmaschinen finden

Mittwoch, 6. Februar 2008 | Autor:

Betreiben Sie eine Webseite? Wird Ihre Seite von Suchmaschinen gefunden, wenn potentielle Kunden nach dem Inhalt bzw. der Leistung suchen, die die Seite bietet?
Falls die Antwort auf die erste Frage “Ja” ist, Sie auf die zweite hingegen “Nein” antworten müssen, sollten Sie sich um die Optimierung der Webseite im Hinblick auf die Suchmaschinen kümmern, denn Suchmaschinen sind heute für die meisten Benutzer der Einstieg schlechthin in das Internet. Die großen Eingangsportale, die um die Gunst buhlen, als Startseite zu fungieren, gibt es zwar immer noch, und sie werden im Web 2.0 auch mit neuen Ideen angereichert, wie z.B. umfassender Personalisierung mit schicken Benutzeroberflächen (z.B. www.netvibes.com) – dennoch beginnen wohl die meisten Besuche im Internet mit dem schlichten Suchfeld.

Gefunden zu werden lohnt sich, ist aber nicht ganz einfach. Es hat sich eine ganze Zunft von Beratern gebildet, den sogenannten SEOs (SEO = Search Engine Optimisation), die dabei helfen können. Wie überall im Leben und in der Businesswelt, sei es bei Handwerkern oder sonstigen Unternehmen hilft es natürlich, sich selbst in gewissem Umfang mit der Materie auszukennen, bzgl. derer man Dienstleistungen beauftragt. Vor allem, da die große Frage, von wem Sie überhaupt gefunden werden möchten, im Wesentlichen Sie selbst beantworten müssen. Und daran schließt sich die Frage an, welche Begriffe denn wohl verwendet werden, wenn jemand nach Ihrer Dienstleistung (bspw.) sucht.
Zur Einarbeitung in das Thema Suchmaschinenoptimierung gibt viele Quellen. Eine soll hier vorgestellt werden: es handelt sich um einen leicht verständlichen Einstieg in das Thema Optimierung für Suchmaschinen von PHP-Programmierer Robert Wetzlmayr. In Ergänzung zu seinen Ausführungen präsentiert er das Werkzeug Xinu, mit dem man eine sehr schnelle Überprüfung von Webseiten bzgl. wichtiger Einflußfaktoren durchführen kann.

Thema: Wissen | 2 Kommentare