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Wissen

Montag, 18. Juni 2007 | Autor:

Die neue Kategorie in diesem Blog beschäftigt sich mit Ansätzen, das Wissen im Internet auf geschicktere Art nutzbar zu machen als über eine Volltextsuche. 
Eigentlich ist es ja Ironie, daß im Jahr 2007 die Internet-Suche nach Informationen auf sehr primitive Art erfolgt: man tippt ein paar Begriffe in ein Suchfeld, von denen man sich erhofft, daß sie Indikatoren für eine gute Antwort auf die Frage, die man hat, darstellen. Die Suchmaschine zeigt dann die Seiten an, von denen sie weiß, daß die Begriffe irgendwann mal auf diesen Seiten vorgekommen sind. Ob die Begriffe zum Zeitpunkt der Suchabfrage noch da stehen, ist ungewíß. Ob die Begriffe wirklich dafür stehen, daß die Seite interessant für den Suchenden ist, ist ebenso ungewiß. Und noch ungewisser ist, ob die Reihenfolge, in die die Suchmaschine die gefundenen Einträge bringt, einen Sinn ergibt. Über die Algorithmen, die hinter dieser Reihenfolgeberechnung stehen, gibt es viele Gerüchte, viel Wissen und vermutlich noch mehr Halbwissen.

Offengelegt werden diese Algorithmen nämlich nicht. Zu dem trivialen Grund, daß keine Firma das Wissen über ihre Tätigkeit den Wettbewerbern zugänglich machen möchte, kommt hier noch hinzu, daß die Transparenz bzgl. dieser Algorithmen bedeuten würde, daß die Suchergebnisse einfacher als bisher manipuliert werden könnten. Diese Manipulation wird natürlich dennoch betrieben, aber in Grenzen, die erträglich scheinen. Z.B. empfehlen seriöse Suchmaschinenoptimierer, keine Spam-Methoden zu benutzen und sich auch ansonsten an die Richtlinien zu halten, die die Suchmaschinenbetreiber für die Webmaster vorgeben.

Soweit zu den Suchmaschinen. Wie kann aber nun Wissen wirklich in Datenbanken gegossen werden, damit es geschickter abrufbar ist ? Nun ja, da gibt es Methoden wie Katalog, Taxonomien, Ontologien, semantische Netze usw. Ein Schlagwort wie Web 3.0 wird bereits geprägt. Dieser und die folgenden Beiträge sollen aber keine wissenschafliche Abhandlung werden (es wäre auch anmaßend zu behaupten, daß der Autor das Wissen dazu hätte). Stattdessen soll ein kleiner Streifzug durch das Web stattfinden, und dabei beleuchten, welche Methoden schon jetzt praxistauglich für Nutzer verfügbar sind.

Gibt es beispielsweise Suchmöglichkeiten, bei denen man den Suchmaschinen mitteilen kann, wie die Suchwörter interpretiert werden sollen ? Z.B. Suche nach “Mutter”. Sucht man die menschliche Mutter oder ein zu einer Schraube passendes Teil? Z.B. Suche nach “Friseur”. Friseur ist nun kein mehrdeutiges Wort. Dennoch bekommt man bei der Suche Einträge, die wirklich direkt zu einem Friseursalon führen, und auch Einträge, bei denen das Wort in irgendeinem anderen Zusammenhang auftaucht. 

Und das ist dann auch der Grund für den etwas sperrigen letzten Absatz: es ist kaum vorstellbar, daß jemand im Internet nach dem Wort Friseur sucht, und sich über das Wissen oder die Spekulationen in genau diesem Weblog-Artikel freut.  Aber hier kommen die Worte Friseur und Friseursalon eben mehrfach vor und damit wird der Artikel in Suchergebnissen auftauchen.

Nachtrag 4.7.: es gibt tatsächlich entsprechende Kommentare im Internet, die sich beklagen, daß Einträge in den Ergebnisseiten von Suchmaschinen voll sind mit Seiten, die nicht zum Thema passen. Nun ist das “zum Thema passen” eigentlich subjektiv. Objektiv kann man aber schon vermuten, daß da was dran ist, wenn bei der Suche nach “friseur -stadtname-” erst einmal zig Einträge aufgeführt sind, die nicht zu Friseursalons gehören. Erscheint ein Friseur, dann ist es oft Zufall, und er gehört gar nicht in die Stadt, nach der man gesucht hat. Vielleicht hat sich das alles ja mit der prominenten Anzeige der G**gle Maps Suchergebnisse oben in den normalen Suchergebnisseiten erledigt, noch bevor das Web 3.0 kommt? Dennoch hier als kleiner Obulus für das Wegnehmen der Positionen in den Suchergebnissen ein Link zu einem echten Friseur (natürlich dem Friseursalon, den ich selbst besuche!): Friseursalon DIE TOLLE perfect hair – der Friseur für die Region Wissen, Betzdorf und Hachenburg.

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Kristallographie – Pleochroismus

Montag, 11. Juni 2007 | Autor:

Die Mehrfarbigkeit von Metallen bei der Betrachtung aus verschiedenen Blickwinkeln bezeichnet man als Pleochroismus.

Was hat diese Information in diesem Blog zu suchen ? Ganz einfach, der Eintrag unterstützt eine sehr schöne Abhandlung des Themas in einem Vortrag an der Universität Jena: “Die Kristallographie, als Wissenschaft betrachtet” (Vortrag zu Pleochroismus). Hintergrund ist wiederum eine Diskussion über Suchmaschinenoptimierung, in der über die Gründe gesprochen wird, daß dieser inhaltlich sehr gute Artikel etwa auf Platz 100 herumdümpelt. Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Blogeintrags ist er bereits unter den ersten 50 zu finden – eine Auswirkung der Maßnahmen, die Teilnehmer der Diskussion getroffen haben.

Nachtrag April 2008, damit 9 Monate nach diesem Eintrag – Zeit für einen Check:
Nun das Ergebnis ist entmutigend aus Sicht des Eintrags der Uni Jena, der ja sehr ausführliche Inhalte bereitstellt. Er dümpelt nach wie vor auf Platz 38 herum. Dagegen ist dieser Blogeintrag auf Platz 18 zu finden.
Man muß allerdings sagen, daß der Begriff Pleochroismus einfach nicht sehr oft im Artikel der Uni vorkommt. Das dürfte der Grund sein.

Und noch ein Nachtrag:
Bisher habe ich den Artikel abstrakt als kleines Experiment bzgl. Suchmaschinen gesehen. Jetzt erst habe ich den Artikel mal genauer durchgesehen, und finde bemerkenswert, daß es hier Johann Wolfgang von Goethe ist, der sich sehr kritisch über die Kristallographie als Wissenschaft äußert: sie sei nicht produktiv, sie sei nur sie selbst und habe keine Folgen. Sie sei nirgends anwendbar und habe sich in dem hohen Grade in sich selbst ausgebildet.
Starker Tobak. Und weiter: “Sie gibt dem Geist eine gewisse beschränkte Befriedigung und ist in ihren Einzelheiten so mannigfaltig, dass man sie unerschöpflich nennen kann.”
Immerhin war Goethe zu dieser Zeit der für die Universität Jena verantwortliche Minister und somit verantwortlich für strukturelle Entscheidungen. Goethes Sichtweise scheine eine bis heute weit verbreitete Sichtweise über die Kristallographie in der Öffentlichkeit zu sein, und offensichtlich seien die Kristallographen selbst mit Schuld.
Aber bevor ich nun hier den ganzen Vortrag zusammenfasse, nenne ich liebe nochmals den Link: “Die Kristallographie, als Wissenschaft betrachtet” (Vortrag zu Pleochroismus).

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